Mit dem „Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien“ hat der Mitteldeutsche Rundfunk eine Initiative auf den Weg gebracht, der sich zahlreiche Institutionen aus Medien, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft angeschlossen haben – darunter auch das European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF). Gemeinsam setzen sie ein starkes Zeichen für freie und unabhängige Medien sowie den uneingeschränkten Zugang zu Informationen als Grundpfeiler der Demokratie.
Mit der Initiative betonen die Unterzeichnenden die zentrale Bedeutung freier und unabhängiger Medien für eine freie demokratische Gesellschaft. Der Appell fordert dazu auf, Medien- und Informationsfreiheit angesichts aktueller Herausforderungen entschlossen zu schützen sowie Angriffe klar zu benennen und zurückzuweisen. “Wer Medien und Informationsfreiheit angreift, greift das demokratische Gemeinwesen an”, heißt es etwa darin.
Der Leipziger Appell ruft Medien, Institutionen, Politik und Gesellschaft dazu auf, den täglichen Einsatz für Presse‑, Rundfunk‑ und Informationsfreiheit als gemeinsame Verpflichtung zu verstehen.
MDR‑Intendant Ralf Ludwig erklärte anlässlich der Veröffentlichung des Leipziger Appells: “Freie und unabhängige Medien sowie Informationsfreiheit sind Grundpfeiler unserer Demokratie. Sie sichern eine ausgewogene öffentliche Meinungsbildung, die auf geprüften Fakten beruht und unterschiedliche Perspektiven auf Themen sichtbar macht. Unsere deutsche Geschichte zeigt, wie Medien instrumentalisiert werden können, um Meinungsbildung zu beeinflussen. Heute bestimmen intransparente Algorithmen globaler Digitalkonzerne die Sichtbarkeit von Themen und Perspektiven im digitalen Raum, oft mit verzerrenden Tendenzen, die die öffentliche Wahrnehmung manipulieren. Zudem wird das Vertrauen in freie Medien durch Extreme, Polarisierungen, Skandalisierungen und das Säen von Zweifel systematisch angegriffen, oft in subtiler Form. Unser ‘Leipziger Appell’ ist ein Aufruf zur Wachsamkeit und Einladung zur gemeinsamen Verantwortung. Ich freue mich sehr, dass wir schon zum Start so viele dafür Unterzeichnende gewinnen konnten. Und ich hoffe, dass wir in Zukunft weitere Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen werden.”
Er erinnert an die historischen Lehren aus Nationalsozialismus und DDR‑Diktatur – und zugleich an die aktuellen Risiken für eine freie pluralistische Öffentlichkeit in Zeiten digital gesteuerter Informations- und Diskursräume.















