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19.08.2019

#ichwähleFakten - und Du?

An English version of this article can be found below.

Das ECPMF führt anlässlich der Landtagswahl in Sachsen eine Kampagne gegen Desinformation und für Pressefreiheit durch.

Das ECPMF im Interview mit Mephisto 97.6

Anlässlich der Landtagswahl in Sachsen am 1. September 2019 führt das ECPMF seine Kampagne #ichwähleFakten durch. Ziel der Kampagne ist es, ein Statement zu setzen für Pressefreiheit und gegen Desinformation in Sachsen - der Heimat des ECPMF. Die Social Media Kampagne wird auf Wahlforen und Wahlkampfveranstaltungen in Leipzig und Dresden analog begleitet, um mit den Kandidatinnen und Kandidaten ihre Position zum Thema Medienfreiheit in Sachsen zu diskutieren.

Die vergangenen Wahlen in Deutschland und Europa haben gezeigt, dass Desinformation im digitalen Zeitalter vermehrt genutzt wird, um Wählerinnen und Wähler gezielt zu beeinflussen und somit auch ihr Wahlverhalten. Während des EU-Wahlkampfs 2019 haben 60.000 Menschen Falschmeldungen in Deutschland geteilt oder gelikt (Quelle: Oxford Internet Institute).

26 tätliche Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten

Auch Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten sind keine Seltenheit. Laut der vom ECPMF durchgeführten Studie „Feindbild Journalist“ 2018 gab es in Deutschland 26 tätliche Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten – allein 14 davon in Sachsen. Die meisten Angriffe geschahen am Rande rechter Demonstrationen. Es ist die Aufgabe der freien Presse, über Demonstrationen vor Ort zu berichten, Fakten zu prüfen und so zur politischen Willensbildung beizutragen. Werden Medienschaffende von ihrer Arbeit abgehalten, so bedeutet das einen fatalen Einschnitt in die Demokratie. Insbesondere mit dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen muss ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit gesetzt werden.
Im Vorfeld der Landtagswahl muss auf die Bedeutung von Faktizität im Wahlkampf und auf Pressefreiheit im Freistaat aber auch in Brandenburg, Thüringen, oder besser, in ganz Deutschland, hingewiesen werden. Nur so können Wählerinnen und Wähler gut informiert zur Wahl gehen.

 


 

On the occasion of the regional elections in the Free State of Saxony, the ECPMF runs a campaign named #ichwähleFakten (#iVoteForFacts).

The campaign aims to shed light on the problem of  disinformation and to advocate for press freedom in Saxony - the home of the ECPMF. In addition to the social media campaign, we visit campaign events ahead of the elections in order to discuss the candidates' positions regarding media freedom in Saxony.

The past elections in Germany and Europe made one thing clear: there is an increasing use of disinformation in order to influence voters and their electoral behaviour. During the EU election campaign 2019, 60,000 false reports have been liked or shared in Germany (source: Oxford Internet Institute).

Another really concerning issue are physical attacks against journalists. ECPMF's study "Feindbild Journalist" (Journalists as enemies) from 2018 found that there were 26 physical attacks on journalists in Germany in 2018, 14 of them in Saxony. Most of the attacks occurred around right-wing demonstrations. A free press has the function of reporting from demonstrations, checking facts and contributing to the people's decision-making. If journalists are being prohibited from doing their work, it means a fundamental cut in democratic rights. In times when right-populist movements are increasing, standing up for the rule of law gets more important than ever.

Ahead of the regional elections, a statement needs to be made for factuality during pre-electional campaigns and for press freedom - not only in Saxony, but also in Brandenburg, Thuringia and the whole of Germany.